Traurige Nachrichten

Diese und andere Eindrücke wurden begleitet von einer – für mich – gruseligen Berichterstattung: In den letzten 30 Jahren sei die Biomasse in Teilen Deutschlands um bis zu 80 Prozent zurück gegangen, las ich nicht nur einmal. Die Liste der aussterbenden Tier- und Pflanzenarten sei so lang wie nie zuvor – und die Fluginsekten seien die großen Verlierer des Jahres 2017. Das Bienensterben war nur eine weitere schreckliche Realität.

Ich begann, meine Umwelt hinsichtlich ihrer Qualität als Lebensraum zu betrachten und fand ein trauriges Bild. Die intensiv bewirtschafteten Ackerflächen reichen bis an die Straßenkanten oder Gräben heran. Es gibt kaum irgendwo Blühstreifen, in denen Insekten einen Lebensraum finden. Keine Brach- Flächen, wo Bodenbrüter ihren Nachwuchs aufziehen können. An Straßenrändern und Kleinflächen ohne landwirtschaftlichen Nutzwert wird regelmäßig gemäht, selbst an kaum befahrenen Feldwegen. Kaum eine Blume schafft es bis zur Blüte, geschweige denn bis zur Vermehrung. Und die privaten Grundstücke? Seit sich fast jeder einen Aufsitzrasenmäher leisten kann, sind die Rasenflächen gewachsen. Gepflegte  grüne Felder  – aber aus ökologischer Sicht ebenso tote Flächen wie die großen Mais- oder Grassilage-Äcker. Von Natur keine Spur.